Worum es in dieser Phase geht
Zwischen „das Wissen ist vorhanden" und „das Wissen ist nutzbar" liegt in fast jedem Industriebetrieb mehr Arbeit als erwartet. Betriebsanleitungen liegen als gescanntes PDF ohne Textebene vor, Prüfanweisungen als Fotokopie im Ordner, die eigentliche Begründung einer Sonderlösung steht in einem E-Mail-Verlauf von 2019.
Diese Phase überführt das priorisierte Wissen aus Phase 1 in eine Form, mit der ein Retrieval-System überhaupt arbeiten kann: durchsuchbarer Text mit verlässlichen Metadaten — Gültigkeit, Stand, Verantwortlicher, Geltungsbereich.
Der schwierigere Teil ist das implizite Wissen. Was ein erfahrener Instandhalter über das Verhalten einer bestimmten Anlage weiß, existiert in keinem Dokument. Es lässt sich nur über strukturierte Gespräche heben — und das kostet Zeit von genau den Menschen, die ohnehin knapp sind.
Kernaussagen
Was am Ende der Phase vorliegt
- Digitalisierte Bestände mit belastbarer Textebene statt reiner Scans
- Einheitliche Metadaten: Stand, Gültigkeit, Verantwortlicher, Geltungsbereich
- Ein wiederholbares Verfahren, um implizites Wissen strukturiert zu erfassen
- Eine bewusste Entscheidung, was NICHT digitalisiert wird
Typische Stolpersteine
- Scans ohne Texterkennung landen im Bestand und sind für das System unsichtbar
- Es wird alles digitalisiert statt das Priorisierte — der Aufwand explodiert, der Nutzen bleibt aus
- Dokumente ohne Datum und Verantwortlichen: Das System kann später nicht unterscheiden, welche von drei Fassungen gilt
- Interviews zum Erfahrungswissen werden ohne Struktur geführt und liefern Anekdoten statt nachnutzbarer Antworten
Beiträge zu dieser Phase
Zu dieser Phase sind noch keine Beiträge erschienen. Die Reihe entsteht parallel zur Umsetzung — neue Beiträge kommen laufend dazu.
Weiterführend
Geschrieben von
Christian Ohle
KI-Entwickler & Online-Marketer · seit 2005 im Web
Seit 2005 mit dem Web: Online-Marketing, Coding, lokale KI. Schreibt hier über Unternehmens-KI, Wissensmanagement, RAG, KI-Agenten und Automatisierung — alles selbst gebaut und getestet, inklusive der Setups, die nicht funktioniert haben.
christianohle.de ist ein persönliches Projekt — kein Beratungsangebot, keine Agentur und keine Akquise-Plattform. Mehr dazu.