Worum es in dieser Phase geht
Ein Wissensassistent ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein System mit Betriebsverantwortung. Der Bestand veraltet ab dem Tag der Indexierung: Arbeitsanweisungen werden geändert, Anlagen umgebaut, Normen aktualisiert. Ohne Pflegeprozess sinkt die Antwortqualität schleichend, und irgendwann kippt das Vertrauen.
Diese Phase beschreibt, was den Unterschied zwischen einem Pilotprojekt und einem tragenden Werkzeug ausmacht: ein definierter Weg, wie neue und geänderte Dokumente in den Index kommen. Ein Meldeweg für falsche Antworten, der tatsächlich benutzt wird. Und eine Messung, die nicht auf Scheinkennzahlen ausweicht.
Zur Messung eine ehrliche Einordnung: Kennzahlen wie „eingesparte Stunden" sind ohne offengelegte Methodik wertlos. Belastbarer ist die Frage, ob die Fragen aus dem Testdatensatz korrekt und belegt beantwortet werden — und ob die Nutzung nach den ersten Wochen stabil bleibt oder abbricht.
Kernaussagen
Was am Ende der Phase vorliegt
- Ein definierter Weg für neue und geänderte Dokumente in den Index
- Ein Meldeweg für falsche Antworten mit klarer Zuständigkeit
- Regelmäßige Prüfung gegen den Testdatensatz aus Phase 3
- Benannte Betriebsverantwortung statt Projektverantwortung
Typische Stolpersteine
- Der Index wird einmal befüllt und nie aktualisiert — die Antworten veralten unbemerkt
- Falsche Antworten werden im Flurgespräch besprochen statt gemeldet, und niemand erfährt davon
- Messung über Nutzungszahlen statt über Antwortqualität: Ein viel genutztes System kann viel Falsches ausliefern
- Nach dem Projektende bleibt keine Rolle zurück, die zuständig ist
Beiträge zu dieser Phase
Zu dieser Phase sind noch keine Beiträge erschienen. Die Reihe entsteht parallel zur Umsetzung — neue Beiträge kommen laufend dazu.
Weiterführend
Geschrieben von
Christian Ohle
KI-Entwickler & Online-Marketer · seit 2005 im Web
Seit 2005 mit dem Web: Online-Marketing, Coding, lokale KI. Schreibt hier über Unternehmens-KI, Wissensmanagement, RAG, KI-Agenten und Automatisierung — alles selbst gebaut und getestet, inklusive der Setups, die nicht funktioniert haben.
christianohle.de ist ein persönliches Projekt — kein Beratungsangebot, keine Agentur und keine Akquise-Plattform. Mehr dazu.