CHRISTIAN OHLE

Glossar

KI-Glossar auf Deutsch

Alle Fachbegriffe, die in den Artikeln von christianohle.de vorkommen — knapp und auf Deutsch erklärt. 92 Einträge in 6 Bereichen, sortiert nach Themenblock statt alphabetisch, damit verwandte Konzepte nebeneinander stehen.

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23 Einträge

KI & LLMs

Grundbegriffe rund um Sprachmodelle und Künstliche Intelligenz.

LLM — Large Language Model
Ein großes Sprachmodell, das Texte vorhersagt — z.B. Claude, GPT-4, Llama. „Groß" heißt: Milliarden Parameter, trainiert auf riesigen Textmengen. Was du im Alltag „KI" nennst, ist meistens ein LLM.

Verwandt: Token, Inference, Context Window

Token
Die kleinste Einheit, mit der ein LLM rechnet — meistens etwa 4 Buchstaben oder ein halbes Wort. Wichtig fürs Verständnis: API-Kosten und Context-Window-Größen werden in Tokens gerechnet, nicht in Wörtern. 1.000 Tokens ≈ 750 Wörter Deutsch.
Context Window
Wie viel Text ein Modell gleichzeitig „sehen" kann. Claude Sonnet 4.6 hat z.B. ein 200.000-Token-Kontextfenster — das sind ~150.000 Wörter, also ein Roman. Reicht das nicht, muss man Inhalte chunkeln oder mit RAG arbeiten.

Verwandt: Token, RAG

Inference
Der eigentliche Vorgang, wenn ein bereits trainiertes Modell antwortet. „Inference-Kosten" sind die Kosten pro API-Call. Bei lokalem Hosting bedeutet Inference: dein Rechner rechnet.
Prompt
Die Anweisung, die du dem Modell gibst. „Prompt Engineering" heißt: präzise formulieren, strukturieren und Beispiele geben, damit das Modell das tut, was du willst.

Verwandt: System-Prompt

System-Prompt
Eine Anweisung, die vor jedem User-Prompt mitgeschickt wird und den Charakter, die Rolle oder die Format-Regeln des Modells definiert. „Du bist ein technischer Lektor und antwortest in JSON" wäre ein System-Prompt.
Embedding
Eine Zahlenrepräsentation eines Textstücks (typisch 1.024–4.096 Dimensionen). Texte, die thematisch ähnlich sind, haben mathematisch ähnliche Embeddings — Basis für semantische Suche und RAG.

Verwandt: RAG, Vector Database

RAG — Retrieval-Augmented Generation
Vor dem LLM-Call wird relevantes Material aus einer Datenbank gezogen (per Embedding-Suche) und mit in den Prompt gegeben. Lösung gegen Halluzinationen und für Zugriff auf eigenes Wissen, ohne das Modell zu re-trainieren.

Verwandt: Embedding, Vector Database, Halluzination

Halluzination
Wenn das Modell selbstbewusst etwas Falsches behauptet. Hat zwei Ursachen: das Wissen war im Training nicht oder falsch enthalten, oder das Modell extrapoliert plausibel-aber-erfunden. Hauptgrund, warum Fakten-Check in jeder Pipeline gehört.
Vector Database
Spezialdatenbank für Embeddings — z.B. Pinecone, Chroma, Qdrant, pgvector. Findet ähnliche Vektoren in Millisekunden. Voraussetzung für skalierbares RAG.

Verwandt: Embedding, RAG

Fine-Tuning
Ein vortrainiertes Modell wird mit eigenen Daten weitertrainiert, um Ton, Stil oder Domänenwissen zu adaptieren. Teurer und aufwendiger als RAG — meistens nur sinnvoll, wenn du sehr viel domänenspezifisches Material hast und gleichbleibende Output-Qualität brauchst.

Verwandt: RAG, Parameter

Temperature
Parameter zwischen 0 und 2, der die Zufälligkeit der Antworten steuert. 0 = deterministisch (immer dieselbe Antwort), 0.7 = kreativ-aber-kontrolliert, 1.5+ = wild. Für Code und Fakten niedrig, für Brainstorming hoch.

Verwandt: Top-P

Top-P — Nucleus Sampling
Alternative zu Temperature: das Modell wählt nur aus den wahrscheinlichsten Tokens, deren Summe `p` ergibt (z.B. 0.9 = top 90%). Schneidet absurde Optionen ab, ohne die Antwort zu erstarren. Meistens reicht Temperature ODER Top-P, nicht beides.
Streaming
API-Modus, bei dem die Antwort Token-für-Token zurückkommt statt erst am Ende. Für Chat-UIs Pflicht — sonst guckt der User 5 Sekunden auf einen Spinner. Bei Anthropic via `stream: true` im Request.
Chain-of-Thought — CoT
Prompting-Technik, bei der das Modell explizit Zwischenschritte ausschreibt („Lass uns Schritt für Schritt denken"). Verbessert Genauigkeit bei Logik- und Mathe-Aufgaben drastisch. Bei modernen Modellen oft schon implizit eingebaut (Reasoning-Modelle).

Verwandt: Prompt

Few-Shot
Im Prompt gibst du dem Modell zwei bis fünf Beispiele für das gewünschte Output-Format, bevor du die echte Aufgabe stellst. Funktioniert oft besser als detaillierte Anweisungen — Beispiele schlagen Erklärung.

Verwandt: Prompt, Zero-Shot

Zero-Shot
Aufgabe stellen ohne Beispiele — nur die Anweisung. Funktioniert bei modernen Modellen für Standard-Tasks (Übersetzen, Zusammenfassen) gut, bei spezialisierten Formaten ist Few-Shot meist robuster.

Verwandt: Few-Shot

RLHF — Reinforcement Learning from Human Feedback
Trainings-Phase, in der Menschen Antworten bewerten und das Modell darauf optimiert wird, hilfreich-und-harmlos zu antworten. Grund, warum ChatGPT brauchbarer wirkt als ein rohes GPT-Base-Modell. Anthropics Variante heißt Constitutional AI.
Parameter
Die einzelnen „Stellschrauben" eines Modells, die beim Training justiert werden. Llama 3 70B hat 70 Milliarden Parameter, GPT-4 schätzungsweise 1,7 Billionen. Mehr Parameter ≠ automatisch besser, aber starke Korrelation mit Fähigkeit.
Mixture of Experts — MoE
Architektur, bei der nicht alle Parameter pro Token aktiviert werden, sondern nur ein Subset („Experten"). Mixtral 8x7B hat insgesamt 47B Parameter, aktiviert aber nur 13B pro Token — billiger und schneller bei vergleichbarer Qualität.

Verwandt: Parameter

Distillation
Großes Modell („Lehrer") trainiert kleines Modell („Schüler"), das ähnliche Antworten geben lernt. So entstehen Modelle wie Claude Haiku oder GPT-4o-mini — kleiner, schneller, billiger als die Flagships, oft erstaunlich nah dran.
Multimodal
Modell, das mehrere Eingabe-Typen versteht — meist Text + Bild, neuerdings auch Audio und Video. Claude Sonnet 4.6, GPT-4o, Gemini Pro sind multimodal. Praktisch für Screenshots analysieren, Diagramme erklären, Bilder beschreiben.
Reasoning-Modell
Spezialisierte Variante (z.B. OpenAI o1, Claude mit Extended Thinking, DeepSeek-R1), die intern länger „denkt" und Zwischenschritte plant, bevor sie antwortet. Teurer und langsamer, aber bei Mathe, Code-Refactoring und Logik deutlich präziser.

Verwandt: Chain-of-Thought

10 Einträge

Agents & Protokolle

Begriffe rund um Agents, Tool-Use, MCP und autonome Workflows.

Agent
Ein LLM, das nicht nur antwortet, sondern auch Tools aufruft, um Aufgaben in der Welt zu erledigen — z.B. eine Datei lesen, eine API abfragen, einen Befehl ausführen. Agentic Loop: Plan → Tool-Call → Resultat → Re-Plan.

Verwandt: Tool-Use, MCP

Tool-Use
Das Format, mit dem ein LLM Funktionen aufrufen kann (Function Calling). Anthropic, OpenAI und Google haben ihre eigenen Varianten — alle laufen auf dasselbe hinaus: das Modell erkennt, dass es etwas nicht weiß, und ruft eine vordefinierte Funktion auf.
MCP — Model Context Protocol
Offener Standard von Anthropic (2024), mit dem LLMs Tools, Daten und Umgebungen einheitlich anbinden können. Ein MCP-Server stellt Werkzeuge bereit (Datei lesen, DB abfragen, API call), Claude Desktop oder ein Agent-Client nutzen sie. Aktuell der pragmatischste Standard für Tool-Integration.

Verwandt: Agent, Tool-Use

Cowork-Modus
Modus von Claude Desktop, in dem Claude direkten Zugriff auf einen vom User ausgewählten Ordner bekommt — kann lesen, schreiben, Befehle ausführen. Praktisch ein „Pair Programmer" mit Datei-Rechten. Anders als die normale Web-Chat-Variante.
Function Calling
Synonym zu Tool-Use bei OpenAI. Das Modell antwortet nicht in Text, sondern in einem strukturierten JSON-Aufruf einer Funktion, die du im Request mitdefiniert hast.

Verwandt: Tool-Use

Subagent
Ein Agent, der von einem Master-Agent für eine Teilaufgabe gespawnt wird — z.B. „delegiere Recherche an einen spezialisierten Web-Agent". Verteilt Komplexität und schont das Context-Window des Haupt-Agents. In Claude Code via Task-Tool, in Cowork via Agent-Tool.

Verwandt: Agent

Agentic Loop
Die Grundschleife eines Agents: 1) Plan, 2) Tool-Call, 3) Resultat lesen, 4) Plan anpassen, 5) wiederholen bis Ziel erreicht. Wichtigster Unterschied zu klassischen Chatbots — der Agent gibt sich nicht mit der ersten Antwort zufrieden.

Verwandt: Agent

Memory
Persistenter Speicher, den ein Agent zwischen Sessions behält — z.B. „User mag knappe Antworten" oder „Projekt XY ist in Phase 2". Implementiert meist als JSON-File oder Vector-DB. Macht aus einem Bot einen Assistenten, der dich kennt.
Slash Command
Vordefinierter Befehl in Claude Code oder Cowork, der mit `/` startet — z.B. `/init`, `/review`. Ruft eine Skill oder ein Custom-Workflow-Skript auf. Tab-Completion zeigt verfügbare Commands.

Verwandt: Skill

Skill
Eine Bündelung von Anweisungen, Beispielen und optionalen Scripts, die einem Agent beibringen, eine bestimmte Klasse von Aufgaben gut zu erledigen — z.B. „Word-Dokumente erstellen". Anthropic-Konzept; Skills werden über `SKILL.md`-Files geladen.

16 Einträge

Bild- & Videogenerierung

Stable Diffusion, Flux, ComfyUI, Sampler — Begriffe rund um generative Bild-KI.

Stable Diffusion — SD
Open-Source-Bildgenerierungsmodell (2022, Stability AI). Versionen: SD 1.5 (klassisch, schnell), SDXL (höhere Auflösung), SD 3.5 (neuere Architektur). Läuft lokal auf 6+ GB VRAM. Basis von ComfyUI, Automatic1111 und vielen kommerziellen Diensten.

Verwandt: ComfyUI, Checkpoint, Sampler

Flux
Bildmodell von Black Forest Labs (2024) — viele halten es für besser als Midjourney. Drei Varianten: Flux Schnell (schnell, Apache-Lizenz), Flux Dev (höhere Qualität, Non-Commercial), Flux Pro (API-only). Braucht ~24 GB VRAM lokal oder Replicate für 0,003 $/Bild.
ComfyUI
Node-basiertes Frontend für Stable Diffusion und Flux. Statt einer simplen GUI baust du den Image-Pipeline-Graphen visuell zusammen. Steile Lernkurve, aber maximale Flexibilität — z.B. Multi-LoRA-Stacks, ControlNet-Ketten oder Workflow-Automation.

Verwandt: Stable Diffusion, ControlNet, LoRA

Checkpoint
Komplettes vortrainiertes Modell-File (oft 2–7 GB), das den gesamten Stil definiert. Realistic Vision, DreamShaper, JuggernautXL sind bekannte Checkpoints. Lädst du in ComfyUI oder Automatic1111 und generierst direkt damit.
LoRA — Low-Rank Adaptation
Mini-Modell-Anpassung (typ. 50–200 MB), die einem Checkpoint einen bestimmten Stil, Charakter oder Konzept beibringt — ohne den ganzen Checkpoint neu zu trainieren. Kombinierbar: 2–3 LoRAs gleichzeitig laden, Gewichte einzeln steuern.

Verwandt: Checkpoint, Fine-Tuning

ControlNet
Erweiterung, die Stable Diffusion zwingt, sich an eine Vorlage zu halten — z.B. Pose-Skelett, Canny-Edge-Map oder Tiefen-Map. Macht aus „würfle ein Bild" → „mach genau dieses Bild, aber im Stil X". Pflicht für jede ernsthafte Bild-Pipeline.

Verwandt: Stable Diffusion

Sampler
Algorithmus, mit dem das Modell vom Rauschen zum fertigen Bild kommt. Gängige: Euler, DPM++ 2M Karras, UniPC. Unterschiede: Geschwindigkeit, Konvergenz, Detail-Charakter. DPM++ 2M Karras ist ein verbreiteter Default.

Verwandt: Steps, CFG

Steps
Anzahl der Iterationen, in denen der Sampler vom Rauschen zum Bild rechnet. 20–30 reicht meistens, mehr bringt selten Verbesserung, kostet aber linear Zeit. Schnelle Modelle wie Flux Schnell brauchen nur 4 Steps.

Verwandt: Sampler

CFG — Classifier-Free Guidance
Wie streng das Modell deinem Prompt folgt. 1 = ignoriert weitgehend, 7–9 = klassischer Sweet-Spot, 15+ = übertrieben (verbrannte Farben, Artefakte). Flux braucht andere Werte (1–3) als SD (5–9).

Verwandt: Prompt

Seed
Zufallszahl, die den Start-Rauschen-Zustand definiert. Gleicher Seed + gleicher Prompt + gleiche Settings = identisches Bild. Wichtig für Reproduzierbarkeit und A/B-Vergleiche zwischen Prompts.
Negative Prompt
Was das Bild NICHT enthalten soll: „ugly, blurry, extra fingers, watermark". Wirkt als Gegenkraft zum normalen Prompt. Bei Flux weniger relevant als bei klassischem SD, da Flux das interne Negative-Handling übernimmt.

Verwandt: Prompt

Inpainting
Nur einen markierten Bildbereich neu generieren, Rest behalten. Klassischer Use-Case: „den Hintergrund austauschen" oder „die Hand fixen". In Photoshop seit 2024 als „Generative Fill", in ComfyUI über Mask-Workflows.
Upscaling
Bild von z.B. 1024×1024 auf 4096×4096 hochskalieren — ohne Pixel-Matsch. Modelle: Real-ESRGAN (klassisch), 4xUltraSharp (fotorealistisch), SwinIR. Tile-basiert, damit auch riesige Bilder durchpassen.
VAE — Variational Autoencoder
Komponente in SD/Flux, die zwischen Pixel-Raum und latentem Raum übersetzt. Falscher VAE = blasse Farben oder weiße Flecken. Fast alle Checkpoints kommen mit eingebautem VAE, aber ein externes `vae-ft-mse-840000` rettet manchmal Output-Qualität.
Img2Img
Statt aus reinem Rauschen zu starten, gibst du dem Modell ein Eingabebild und lässt es transformieren („mach aus dieser Skizze ein Foto"). Strength-Parameter steuert, wie weit es vom Original abweichen darf.
Sora / Veo / Kling
Aktuelle Video-Generierungsmodelle (2025): Sora (OpenAI), Veo 3 (Google), Kling 2.0 (Kuaishou). Erzeugen 5–60 Sekunden Clips aus Text- oder Bild-Prompts. State-of-the-Art ändert sich monatlich — zur Recherche immer aktuelle Tests checken.

16 Einträge

Lokale KI & Hardware

Self-Hosting, GPU-Begriffe, Inference-Server.

VRAM — Video RAM
Speicher auf deiner Grafikkarte. Faustregel: ein 7B-Modell braucht ~5 GB VRAM in 4-bit-Quantisierung, ein 70B-Modell ~40 GB. VRAM ist die wichtigste Spec, wenn du lokal LLMs hosten willst — wichtiger als reine GPU-Rechenleistung.

Verwandt: Quantisierung, GPU

GPU — Graphics Processing Unit
Im KI-Kontext nicht zum Zocken da, sondern zum schnellen Multiplizieren großer Matrizen. NVIDIA dominiert wegen CUDA, AMD holt mit ROCm langsam auf. Apple-Silicon (M-Chips) hat eigene Wege via Metal/MLX.

Verwandt: VRAM, CUDA, ROCm

CUDA
NVIDIAs Programmierplattform für GPU-Rechnen. Das meiste KI-Framework-Ökosystem läuft auf CUDA. Wenn du dir eine NVIDIA-Karte kaufst, bekommst du das Ökosystem quasi geschenkt — bei AMD musst du aufpassen, was unterstützt wird.
ROCm
AMDs Antwort auf CUDA. Funktioniert für viele KI-Workloads, aber Treiber-Stabilität und Tool-Support hinken NVIDIA hinterher. Für Stable Diffusion und ein paar LLMs okay, für State-of-the-Art-Forschung eher nicht.
Quantisierung
Komprimierung eines Modells: 16-bit-Gewichte werden auf 8, 4 oder sogar 2 Bit reduziert. Trade-Off: weniger VRAM, leichter Qualitätsverlust. Für lokale Deployments fast immer Pflicht. Q4_K_M ist ein gängiger Sweet-Spot in der GGUF-Welt.

Verwandt: VRAM

GGUF
Dateiformat für quantisierte Modelle (Nachfolger von GGML). Wird von llama.cpp, Ollama und LM Studio gelesen. Wenn du auf HuggingFace ein Modell mit `Q4_K_M.gguf` siehst — das ist eine 4-bit-quantisierte Version, die auf normaler Hardware läuft.
Ollama
Ein-Befehl-Tool, um lokale LLMs zu betreiben. `ollama run llama3` und du chattest im Terminal. Eingebauter Modell-Download, REST-API auf Port 11434 — perfekt als lokaler Drop-In für ChatGPT-Kompatibilität.
LM Studio
GUI-Alternative zu Ollama: lädt GGUF-Modelle, bietet Chat-Interface und einen lokalen API-Server. Komfortabler als Ollama, aber Closed-Source.
Inference-Server
Ein Server, der ein LLM lädt und API-Anfragen entgegennimmt. Bekannte Optionen: vLLM (Python, schnell), llama.cpp (C++, low-overhead), Text Generation Inference (HuggingFace). Wer nicht selbst hosten will: Replicate, Together, Fireworks.
llama.cpp
C++-Inference-Engine für GGUF-Modelle. Ursprung von Georgi Gerganov, ohne den der gesamte Lokal-LLM-Boom nicht denkbar wäre. Läuft auf praktisch jeder Hardware — CPU, NVIDIA, AMD, Apple Silicon. Basis von Ollama, LM Studio und vielen anderen.

Verwandt: GGUF, Ollama

vLLM
High-Throughput-Inference-Server in Python. Optimiert mit PagedAttention für massive Parallelität — wer 1000 Requests/Min auf einer A100 will, nimmt vLLM. Komplexer als llama.cpp, aber state-of-the-art bei Latenz und Durchsatz.
KV-Cache
Zwischenspeicher für Key/Value-Tensoren der bisherigen Tokens — sodass bei jedem neuen Token nicht der ganze Context neu berechnet werden muss. Größter VRAM-Fresser bei langen Contexten. Quantisierter KV-Cache spart bei langen Sessions Gigabytes.

Verwandt: VRAM, Context Window

FP16 / BF16
16-bit-Gleitkomma-Formate für Modell-Gewichte. FP16 hat mehr Präzision, aber kleineren Wertebereich; BF16 umgekehrt — Standard im Training. Halbiert VRAM gegenüber FP32 ohne nennenswerten Qualitätsverlust.
Apple Silicon
Apples M-Chip-Reihe (M1 bis M4). Unified Memory bedeutet: RAM = VRAM. Ein MacBook mit 64 GB RAM kann 70B-Modelle laufen lassen, was auf NVIDIA-Karten 2× 4090 erfordern würde. Trade-off: langsamer pro Token als dedizierte GPUs.

Verwandt: VRAM

Replicate
Hosting-Plattform für Open-Source-ML-Modelle. Pay-per-Second, keine Server-Verwaltung. Praktisch für Image-Generation (Flux, SDXL) und Audio (Whisper, MusicGen) — wenn lokales VRAM nicht reicht oder gar nicht existiert.
HuggingFace
Das GitHub für ML-Modelle. Lädst Modelle, Datasets und Tokenizer von dort runter. Mit `transformers`-Library wird das in 5 Zeilen Python zum lauffähigen Inference-Setup. Plus: Spaces (gehostete Demos) und Inference-Endpoints (Pay-per-Use).

8 Einträge

Datenschutz & Recht

DSGVO-Begriffe, die für KI-Nutzung im DACH-Raum wichtig sind.

DSGVO — Datenschutz-Grundverordnung
EU-Verordnung, die regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Im KI-Kontext relevant, weil viele Tools Daten in die USA schicken — was nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist (Standardvertragsklauseln, AVV, Data Privacy Framework).

Verwandt: AVV, DPF

AVV — Auftragsverarbeitungsvertrag
Vertrag zwischen dir (als Verantwortlichem) und einem Anbieter (z.B. OpenAI, Anthropic), der regelt, wie deine Kundendaten verarbeitet werden. Für KI-Tools, die personenbezogene Daten verarbeiten, in Deutschland Pflicht.

Verwandt: DSGVO, DPA

DPA — Data Processing Agreement
Englische Bezeichnung für AVV. Steht meistens im Anbieter-Portal als „Sign DPA" — bei US-Anbietern oft nur in den höheren Tarifen verfügbar.
DPF — Data Privacy Framework
Nachfolger des EU-US-Privacy-Shield (2023). Erlaubt Datenübermittlungen an zertifizierte US-Unternehmen. Anbieter wie Anthropic und OpenAI sind im DPF gelistet, aber das hilft nur, wenn der jeweilige Tarif den DPF-Schutz auch wirklich anwendet.
Double-Opt-In
Newsletter-Anmeldung mit zweistufiger Bestätigung: User trägt sich ein, kriegt eine Bestätigungsmail, klickt den Link. Ohne den Klick kein Eintrag in die Liste. In Deutschland faktisch Pflicht — sonst drohen Abmahnungen.
EU AI Act
EU-Verordnung (in Kraft seit 2024, schrittweise Anwendung bis 2027), die KI-Systeme nach Risikoklassen reguliert. Für Solo-Builder vor allem relevant: Transparenzpflicht bei generierten Inhalten und das Verbot bestimmter Hochrisiko-Anwendungen (Biometrie, Social-Scoring).

Verwandt: DSGVO

TOM — Technisch-Organisatorische Maßnahmen
Verpflichtender Anhang zum AVV: Liste, wie ein Auftragsverarbeiter deine Daten konkret schützt — Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backups, Mitarbeiter-Schulungen. Ohne TOM kein gültiger AVV.

Verwandt: AVV, DSGVO

On-Premise
Software läuft auf eigenen Servern (oder lokal), nicht in der Cloud. Im KI-Kontext: dein LLM oder Bild-Modell läuft auf deiner Hardware, keine Daten verlassen das Haus. Maximale Datensicherheit, höchste Setup-Kosten.

Verwandt: VRAM

19 Einträge

Build & Deploy

Web-Begriffe, die im christianohle-Stack vorkommen.

Astro
JavaScript-Framework für Content-fokussierte Sites. Generiert HTML zur Build-Zeit (SSG), kann aber auch SSR. christianohle.de läuft auf Astro 6. Stärke: minimaler JS-Footprint und hervorragender MDX-Support.

Verwandt: MDX, SSG

MDX
Markdown mit JSX-Erweiterung. Du schreibst normalen Markdown-Text, kannst aber Komponenten direkt im Artikel verwenden — z.B. <NewsletterBox /> mitten im Absatz. Genial für Content-Sites, die mehr als nur Text brauchen.
SSG — Static Site Generation
Komplette Website wird zur Build-Zeit als statisches HTML gerendert. Vorteil: superschnell, billig zu hosten, sicher. Nachteil: Content-Updates brauchen einen Re-Build. Cloudflare Pages und Vercel sind klassische SSG-Hosts.
Content Collection
Astros Mechanismus für typsichere Content-Verwaltung. Du definierst ein Zod-Schema für jeden Artikel-Typ, Astro validiert die Frontmatter beim Build. Wenn jemand `pubDate` falsch tippt, scheitert der Build statt eine kaputte Seite zu deployen.

Verwandt: Astro, Frontmatter

Frontmatter
Der YAML-Block am Anfang eines Markdown-Files (zwischen `---`-Zeilen) mit Metadaten — Titel, Datum, Tags. Wird von Astro gelesen und in der Seite ausgewertet.
API — Application Programming Interface
Die Schnittstelle, über die zwei Programme reden. Bei KI-Anbietern: HTTP-Endpoints, an die du JSON schickst und JSON zurückbekommst. Kommt mit API-Keys (Authentifizierung) und Rate-Limits.

Verwandt: API-Key

API-Key
Geheimer Token, der dich gegenüber einer API authentifiziert. Niemals ins Git-Repo committen — gehört in `.env` und nur dort. Wer einen API-Key in den öffentlichen Code schiebt, riskiert binnen Stunden eine fünfstellige Cloud-Rechnung.
Cloudflare Pages
Hosting-Service von Cloudflare für statische Sites. Free-Tier reicht für die meisten Solo-Projekte: unlimitierte Bandwidth, automatische HTTPS, Git-Integration. christianohle.de läuft hier.
Edge Function
Stück Server-Code, das nicht in einer zentralen Region läuft, sondern an hunderten Cloudflare-/Vercel-Standorten weltweit. Latenz unter 50 ms überall. Nützlich für Auth, A/B-Tests, oder LLM-Proxies, die API-Keys verstecken sollen.
Webhook
URL, die ein externer Service aufruft, wenn ein Event passiert — „neue Newsletter-Anmeldung" → POST an deine URL. Pull-statt-Polling-Pattern. Pflicht für Brevo↔Site-Integration und Replicate-Async-Bildgenerierung.
Tailwind CSS
Utility-First-CSS-Framework. Statt eigene Klassen zu schreiben, kombinierst du Tausende vordefinierte Atome (`p-4`, `text-lg`, `flex`). Tailwind v4 (2024) hat keine Config-Datei mehr — alles via `@theme` in CSS.
Pagefind
Statische Volltextsuche. Generiert beim Build einen durchsuchbaren Index, der komplett im Browser läuft — kein Server, keine externe API. Perfekt für SSG-Sites mit ein paar hundert Artikeln.

Verwandt: SSG

Schema.org
Vokabular für strukturierte Daten, die du Google in JSON-LD mitschickst. Article, FAQPage, HowTo, SoftwareApplication — Rich Snippets in den Suchergebnissen, höhere CTR. Auf christianohle.de überall verbaut.

Verwandt: JSON-LD, Rich Snippet

JSON-LD — JSON for Linked Data
Format, in dem Schema.org-Daten in deine HTML-Seite eingebettet werden — als <script type="application/ld+json">-Block im Head. Google bevorzugt JSON-LD über Microdata oder RDFa.

Verwandt: Schema.org

Rich Snippet
Erweiterte Google-Suchergebnisanzeige mit Bewertung, FAQ-Aufklappern, Bildern oder How-To-Schritten. Voraussetzung: passendes Schema.org-Markup im HTML. Steigert CTR oft um 20–40%.

Verwandt: Schema.org

Canonical URL
Kanonische Variante einer Seite, falls mehrere URLs denselben Inhalt zeigen. <link rel="canonical" href="..."> sagt Google: „diese URL ist die echte". Verhindert Duplicate-Content-Strafen.
Open Graph — OG
Meta-Tag-Set (Facebook 2010), das definiert, wie ein Link in Social-Networks aussieht — Titel, Bild, Beschreibung. `og:image` mit 1200×630 Pixeln ist Pflicht. christianohle.de generiert pro Artikel ein eigenes OG-Bild via Satori.
Core Web Vitals
Googles Performance-Metriken-Trio: LCP (Largest Contentful Paint, < 2.5s), INP (Interaction to Next Paint, < 200ms), CLS (Cumulative Layout Shift, < 0.1). Direkter Ranking-Faktor seit 2021. SSG-Sites haben hier strukturelle Vorteile.

Verwandt: SSG

Lighthouse
Googles Performance-Tool — entweder im Chrome DevTools („Lighthouse"-Tab) oder via CLI. Misst Core Web Vitals, Accessibility, SEO und PWA-Score. Score über 90 ist gut, über 95 exzellent.

Verwandt: Core Web Vitals